Einige Anmerkungen zur Zucht...

Da es in Deutschland keinen rassebetreuenden Verein für den Patterdale Terrier gibt,möchte ich auf dieser Seite einige Anmerkungen zur Zucht machen und den Rassestandart erläutern. Aufgrund der Tatsache,daß der Patterdale Terrier hierzulande noch keinen großen Bekanntheitsgrad hat,ist er auch verschont geblieben von den negativen Begleiterscheinungen der Massenzucht und dem Schönheits-und Verbesserungswahn der Menschheit. Wußten Sie,daß z.B.der Westhighland White Terrier ursprünglich als Jagdhund eingesetzt wurde (?)- wieviele Exemplare würden sich wohl heute, nach Cäsar-Werbung und Massenzucht, eignen, um die ursprüngliche Aufgabe des Jagdhundes zu erfüllen?? Sie müßten lange suchen,wahrscheinlich wäre Ihre Mühe vergebens! Und wie steht es um die Gesundheit dieser Hunde? Es mag ja durchaus Züchter geben,die sich Gedanken machen und nicht nur des schnöden Mammons wegen züchten....Tatsache ist,daß immer mehr Hunderassen mit rassespezifischen Krankheiten zu kämpfen haben,die ihren Ursprung in hirnrissigen Rassestandards haben und durch unsinnige Schönheitswettbewerbe unter dem Dach der großen Verbände gefördert werden. Nun ist es immer noch besser,einen Hund aus kontrollierter Zucht zu erwerben als auf irgendeinem Hinterhof oder im Ostblock einen potentiellen Stammgast des ortsansässigen Tierarztes zu erwerben.Doch es ist beileibe nicht so,daß nur in den großen Rassehundeverbänden seriös gezüchtet wird-schwarze Schafe werden Sie überall finden! Der Patterdale wird in seinem Ursprungsland immer noch von Jägern gezüchtet, einzig und allein Arbeitsqualität und Schneid bestimmen die Auswahl der Elterntiere! Was auf der einen Seite gut ist - auf der anderen Seite muß man züchterisch eventuell auch Korrekturen vornehmen können! So ist auch der Patterdale nicht gefeit vor Erbkrankheiten , die sich vielleicht noch nicht so manifestiert haben , aber durchaus beachtet und im Focus der Züchter sein sollten. HD und ED (Hüftgelenk bzw. Ellenbogendysplasien) sowie Patellaluxation treten beim “echten” Patterdale kaum auf , ein züchterisches Eingreifen bedeutet auch immer mit Maß und Ziel vorgehen , um nicht aus einer relativ kleinen eine große Baustelle zu machen! Eine zu beachtende Erbkrankheit ist die Primäre Linsenluxation (PLL), von der eine ganze Reihe kleiner Terrierrassen mehr oder weniger stark betroffen ist. Beim Patterdale ist ein Ausbrechen dieser Krankheit noch relativ selten aber schon beschrieben , es gibt keine verläßlichen Zahlen , durch einen Gentest läßt sich die Mutation eines Gens feststellen , das korreliert mit dem Auftreten der PLL. Man kann also heute feststellen , ob ein Hund frei ist von PLL , Träger der Krankheit oder erkrankt ist. Aber selbst bei erkrankten Tieren muß die Krankheit nicht ausbrechen , das heißt der genetische Fehler ist nachgewiesen , der Hund hat ein hohes Risiko des Ausbruchs der Krankheit , sie bricht aber nicht aus! Das heißt , man merkt nichts und sieht nichts von der Augenerkrankung. Und da liegt der Hase im Pfeffer... , im Heimatland des Patterdales gibt es keine Untersuchungen , auch bei uns macht kaum ein Züchter Gentests , bei einer Quote von 2% erkrankten Hunden erscheint das auch unnötig. Als aus unserer Zucht ein erkrankter Hund auftrat , fing ich an nachzuforschen , PLL - Träger gibt es wahrscheinlich mehr , als uns lieb ist. Ergebnisse werde ich keine veröffentlichen , auch aus Rücksicht auf meine Züchterkollegen und aus Datenschutzgründen! Nur ein Verein , ein Club mit Regeln , Zuchtbedingungen , Kontrollen würde da eventuell Abhilfe schaffen - aber selbst in den VDH-Vereinen hat man größere Probleme als in der noch freien Patterdale Welt! Hysterie ist also nicht angebracht , falls Sie wissen , daß ihr Hund aus einer Verbindung mit PLL-Risiko stammt , sollten Sie Ihren Hund im Alter von ca. 3 Jahren untersuchen lassen und routinemäßig beim Impfen den Augendruck überprüfen lassen - so läßt sich meist ein Ausbruch der Krankheit frühzeitig erkennen und behandeln. Im Zeitalter des Internet wird schnell Hysterie verbreitet , es wird gemutmaßt , verdächtigt , an den Pranger gestellt.... Glauben Sie mir ,  der Patterdale Terrier ist immer noch eine gesunde, urtümliche Hunderasse , daß sich immer wieder mal Erbkrankheiten manifestieren , liegt in der Natur der Sache , selbst bei Mischlingen kommt das vor , nach dem Erkennen sollte man züchterisch gegensteuern , soweit möglich und erforderlich , damit der Patterdale auch bleibt , was er ist , der kleine , harte Terrier mit riesigem Herz - um seine herausragenden Eigenschaften zu erhalten muß die Leistungsfähigkeit des Hundes an erster Stelle stehen. Diese Leistungsfähigkeit setzt sich zusammen aus folgenden Komponenten :

1.Gesundheit - 2.Wesen - 3.Triebanlagen

Schönheit darf nicht das Zuchtziel sein -wenn Sie die Bilder auf dieser Homepage sehen, werden Sie feststellen, daß auch Leistungshunde schön sein können - Priorität müssen die von mir genannten 3 Punkte haben! Inzucht ist zwar ein Mittel innerhalb kürzester Zeit “schöne” uniforme Hunde zu züchten,ist aber nicht geeignet,eine Arbeitsrasse leistungsfähig zu erhalten! Mit steigendem Inzuchtkoeffezienten läßt die Vitalität und Gesundheit nach. Beispiele gibt es in der Gebrauchshundezucht zur Genüge! Deshalb sollten die Zuchtpartner möglichst nicht zu nah miteinander verwandt sein. Ingezüchtete Hunde sollten in nächster Generation mit blutsfremdem Zuchtpartner wieder ausgekreuzt werden! Meines Wissens sind fast alle in Deutschland zur Verfügung stehenden Zuchthunde mehr oder weniger eng miteinander verwandt! Sie gehen alle auf die ein und dieselben Linien zurück-was für die Zukunft der Rasse nicht gut ist!! Die Deckrüden werden viel zu oft zur Zucht eingesetzt, werden dann auch noch Halbbruder / Halbschwester-Verpaarungen vorgenommen, wirkt sich das sehr nachteilig auf den Genpool aus, der ohnehin bei kleineren Populationen schon sehr eingeschränkt ist! Da sich kein Verband um diese Dinge kümmert , liegt die Verantwortung beim Züchter selbst,ob er diesen Dingen ins Auge sieht oder lieber drüber hinwegschaut. Wer darüber hinwegschaut,darf sich ruhig als Totengräber der Rasse fühlen!!

Der bisher einzig zuchtbuchführende Verband für den Patterdale Terrier ist der PTCA (Patterdale Terrier Club of America).Sie werden feststellen,daß im Rassestandart keinerlei Verkrüppelungsvorschriften zu finden sind.Alle geforderten Merkmale entsprechen einer gewissen Zweckmäßigkeit.

 

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