Zucht und Rassestandard

    Da es in Deutschland keinen rassebetreuenden Verein für den Patterdale Terrier  gibt,möchte ich auf dieser Seite einige Anmerkungen zur Zucht machen und den  Rassestandart erläutern. Aufgrund der Tatsache,daß der  Patterdale Terrier hierzulande noch keinen großen Bekanntheitsgrad hat,ist er  auch verschont geblieben von den negativen Begleiterscheinungen der Massenzucht  und dem  Schönheits-und Verbesserungswahn der Menschheit. Wußten Sie,daß z.B.der Westhighland White Terrier ursprünglich als Jagdhund eingesetzt wurde (?)- wieviele Exemplare würden sich wohl heute, nach Cäsar-Werbung und Massenzucht, eignen, um die ursprüngliche Aufgabe des Jagdhundes zu erfüllen?? Sie müßten  lange suchen,wahrscheinlich wäre Ihre Mühe vergebens! Und wie steht es um die Gesundheit dieser Hunde? Es mag ja durchaus Züchter geben,die sich Gedanken  machen und nicht nur des schnöden Mammons wegen züchten....Tatsache ist,daß immer mehr Hunderassen mit rassespezifischen Krankheiten zu kämpfen haben,die ihren Ursprung in  hirnrissigen Rassestandards haben und durch unsinnige  Schönheitswettbewerbe  unter dem Dach der großen Verbände gefördert werden. Nun ist es immer noch  besser,einen Hund aus kontrollierter Zucht zu erwerben als auf irgendeinem Hinterhof oder im Ostblock einen potentiellen Stammgast des ortsansässigen  Tierarztes zu erwerben.Doch es ist beileibe nicht so,daß nur in den großen Rassehundeverbänden seriös gezüchtet wird-schwarze Schafe werden Sie überall finden! Der Patterdale wird in seinem Ursprungsland immer noch von Jägern gezüchtet,einzig und allein Arbeitsqualität und Schneid  bestimmen die Auswahl  der Elterntiere! Was ich damit sagen will - der Patterdale ist ein  kerngesunder,urtümlicher Hund mit riesigem Herz - um diese Eigenschaften  zu erhalten muß die Leistungsfähigkeit des Hundes an erster Stelle stehen. Diese   Leistungsfähigkeit setzt sich zusammen aus folgenden Komponenten :

    1.Gesundheit - 2.Wesen - 3.Triebanlagen

    Schönheit  darf nicht das Zuchtziel sein -wenn Sie die Bilder auf dieser Homepage  sehen,werden Sie feststellen,daß  auch Leistungshunde schön sein  können-Priorität müssen die von mir genannten 3 Punkte haben! Inzucht ist zwar ein Mittel innerhalb kürzester Zeit “schöne” uniforme Hunde zu züchten,ist aber nicht geeignet,eine Arbeitsrasse leistungsfähig zu erhalten! Mit steigendem Inzuchtkoeffezienten läßt die Vitalität und Gesundheit nach.Beispiele gibt es in der Gebrauchshundezucht zur Genüge! Deshalb sollten die Zuchtpartner möglichst nicht zu nah miteinander verwandt sein. Ingezüchtete Hunde sollten in nächster Generation mit blutsfremdem Zuchtpartner wieder ausgekreuzt werden! Meines Wissens sind fast alle in Deutschland zur Verfügung stehenden Zuchthunde mehr oder weniger eng miteinander verwandt! Sie gehen alle auf die ein und dieselben Linien zurück-was für die Zukunft der Rasse nicht gut ist!! Der bisher einzig zuchtbuchführende Verband für den Patterdale Terrier ist der PTCA (Patterdale  Terrier Club of America).Sie werden feststellen,daß im Rassestandart keinerlei  Verkrüppelungsvorschriften zu finden sind.Alle geforderten Merkmale entsprechen einer gewissen Zweckmäßigkeit.

Der Patterdale Terrier nur für Jäger??- Aus meiner Sicht

Patterdales nur in Jägerhände ?? Sie werden staunen,aber einige züchtende Jäger würden niemals einen Welpen an einen Nichtjäger verkaufen! Bedenkt man aber,daß sogar die edlen Silbergrauen -Weimaraner - in betuchten Kreisen,die keinesfalls in der Jägerschaft zu finden sind,ein Heim gefunden haben,darf es doch wohl nicht verwerflich sein,diese kleinen Allrounder in sportliche Familien abzugeben! Was nicht verloren gehen darf,sind aber die Eigenschaften,die den Patterdale auszeichnen und die angeblich nur auf der Jagd zum Vorschein kommen. Arbeitsqualität,Schneid und Mut. Und hier widerspreche ich den Jägern,wieviele der besten Hunde sind an einem Dachs oder einer ihre Jungen beschützenden Füchsin gescheitert und waren für die Zucht für alle Zeiten verloren? Ob ein Hund wesensfest ist,vermag ein guter Hundemann auch so zu beurteilen,die Triebanlagen kann ich ebenfalls beurteilen,ohne den Hund in den Bau zu schicken.Das Verhalten an toter bzw. mit Leben erfüllter Beute kann ich mit diversen Beuteobjekten beobachten,oder nicht? Meine Welpen gingen an Jäger,Hundesportler und sportliche Familien,sollen einmal Agility,Flyball und Turnierhunde werden,nebenbei Begleit-,ja sogar Therapiehund.Eine Hündin hat in der Schweiz den Junghundekurs in der Jagdhundschule absolviert und wartet auf ihren ersten echten Einsatz am Wild.Außerdem ist nicht jeder Patterdale auch automatisch ein guter Jagdhund.Viele Jäger erfreuen sich an der Drückjagd,um Beschädigungskämpfe,wie sie im Bau immer vorkommen können,zu vermeiden. Nicht,daß sie denken,ich verurteile die Jagd,nein,ich möchte nur Hardcorer in der Jägerschaft etwas sensibler machen. Ich mag meinen Kindern den Anblick des halb zerissenen und mühselig zusammengeflickten Familienhundes ersparen.Nichtsdestotrotz habe ich Verständnis für das Hobby und die natürlich absolut notwendige Arbeit des ambitionierten und waidgerecht jagenden Jägers! Ich wiederhole mich gerne-Wir haben diese tollen Hunde den Jägern zu verdanken!

Rassestandart

Allgemeine Erscheinung : Der Patterdale ist ein kleiner,muskulöser,derber Terrier mit nicht zu großer Brust. Als Arbeitsterrier muß er sich durch sehr enge Passagen unter der Erde pressen  können,um dem Wild folgen zu können.Ein großer Terrier schnürt sich selbst die Luft ab. Am Widerrist mißt der Hund 28-38 cm. Er soll einen  kompakten,ausgewogenen Eindruck vermitteln

  Gewicht : zwischen  4,5 und 7 kg.

  Kopf : Kopf und  Schnauze sollen stark  und kräftig sein

  Ohren : Die Ohren sollen mäßig groß und seitlich zur Wange gefaltet sein

  Gebiß : Schere oder Zangengebiß,  kräftige Zähne

  Hals : Mäßig lang  und  muskulös,kräftiger Nacken

  Fell : Das Fell  soll glatt bis stichelhaarig sein,nicht zu dünn,eher dicht und derb,da es ein guter Schutz  gegen Nässe,Gestrüpp und Dornen ist.

  Schwanz : Der Schwanz ist hoch  angesetzt,proportional zur Körperlänge ca 12-18 cm lang,ein  Drittel des Schwanzes wird kupiert.Hintergrund: Bei der Jagd kann der Patterdale unter  der  Erde steckenbleiben.Er muß dann ausgegraben werden,bevor er an Schock oder Erschöpfung stirbt.Der Schwanz ist manchmal das einzigste,mit dem er herausgezogen werden kann.

  Farbe : Schwarz,rot,leberfarben (Red  Nose),seltener grau,bronze und black and tan,des  öfteren aber mit weissen Abzeichen an Brust und/oder Füßen

 Körper : Der Körper  wirkt aktiv,die Brust sollte man hinter den Schultern mit durchschnittlich grossen Händen  umspannen können.Der Rücken soll stark und gerade sein,nicht zu lang,aber auch  nicht zu kurz.Ein zu kurzer Rücken im Verhältnis zur  Widerristhöhe würde ihn  unter der Erde behindern.

 Rüden : Rüden müssen beide  Hoden,abgesenkt im Hodensack,besitzen. Einhoder nicht zur Zucht zugelassen.